deutsch | english
Oliver Goldacker

Oliver Goldacker

Ruhestand

 

Meine Arbeit „Ruhestand“ ist eine konzeptionelle Auseinandersetzung mit Bildern, die wir vom Älterwerden haben. Altsein ist immer der Blick von außen. Es ist ein Ausdruck von Fremdheit. In unserer Gesellschaft dominieren zwei Bilder vom Altsein: Alter als idealisierter Glückszustand und Alter als Angstbild. Beide Bilder sind gesellschaftliche Konstrukte. Meine individuelle Erfahrung liegt jenseits dieser Vorstellungen. Durch die Unmittelbarkeit und Intimität in der Auseinandersetzung mit dem Alter hinterfrage ich in meiner Arbeit die tradierten Bilder von Ruhestand und Älterwerden.

Porträts
Die Porträts spielen wortwörtlich mit dem Begriff Ruhestand. Die innere Ruhe, das Innehalten versetzt die Porträtierten in einen Zustand persönlicher und intimer Versenkung. Die älteren Personen sind in einem Moment der Konzentration statt der Emotion abgebildet. Sparsame statt manierierte Gesten betonen die Individualität der in sich ruhenden Personen. Andererseits erzeugt die Leere des Bildhintergrundes eine Unruhe, die im Kontrast zum Ruhe-Stand der Porträtierten steht.

Aquarelle, 100x140cm

 

 

zurück

Zettelsammlung
Sammlung von funktionalen Schriftstücken aus dem Alltag älterer Menschen. Die Zettel sind von kurzer Lebensdauer und die Merkmale sind Effizienz und Sachlichkeit. Sie sind meist im Telegrammstil verfasst und inhaltlich auf das Wichtigste beschränkt. Es sind keine offiziellen Schriftstücke, sondern flüchtige, persönliche Notate. Die Schrift ist nicht nur bloße verbale Mitteilung, sondern gibt ein Bild des Schreibens ab. Das homogene Bild, die rasterhafte Hängung der Goldrahmen steht im Kontrast zu den individuellen Botschaften der einzelnen Zettel. Das Gesamtbild erzeugt eine ungeordnete Ordnung.
ca. 80 Stück, goldgerahmt:

zurück