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Jan Apitz

is doch wahr

Wie fühlt sich das Alter an? Die Zusammenarbeit mit der 87jährigen Frau Gutzer, die im Haus der Generationen im Paul-Riebeck-Stift lebt, ergab sich aus dem Hör zu-Projekt. Über ein halbes Jahr habe ich sie immer wieder besucht, wir haben gemeinsam geredet, manchmal Sekt getrunken und uns befragt (ich mehr sie als umgekehrt). Unsere Treffen folgten einem stets wiederkehrendem Ritual: zunächst Plaudern, dann Umräumen, schließlich eine Stunde Stille, in denen ich zu den Fotografien aus Frau Gutzers Alben zeichnete und sie ihre Erinnerungen dazu aufschrieb, danach gab es Kaffee und Kuchen (wobei ich immer das Stück von Frau Gutzer mitessen musste). Im Rückblick tritt die biographische Arbeit hinter einer behutsamen persönlichen Annäherung zurück. Die künstlerische Auseinandersetzung war in unserer Zusammenarbeit Brücke und im besten Sinne Vermittlung zwischen zwei Generationen. Die Wachheit und das Interesse Frau Gutzers an ihrer Umwelt hätte ich mir bei meiner Oma gewünscht. Was unsere gemeinsame Arbeit eigentlich gewesen ist, habe ich Frau Gutzer einmal auf einem Kärtchen gefragt. Darauf hat sie mir nie geantwortet.

 

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